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Schmerzen - ein Weg zu sich Selbst!

Schmerzen – ein Weg zu sich Selbst

Für die, die lieber Hören als Lesen
Den Text “Schmerzen – ein Weg zu sich Selbst” gibt es auch von mir gesprochen.
Sozusagen als Podcast-Variante.

Schmerzen – ein Weg zu sich Selbst

Jeder, der schon mal über einen langen Zeitraum Schmerzen hatte, kennt es… Man fängt irgendwann an darüber nachzudenken. Fragt sich, warum ich? Warum so lang? Warum findet Niemand eine Ursache für diese quälenden Schmerzen? Somit bedeutet es auch, dass man anfängt sich sehr intensiv mit sich Selbst auseinanderzusetzten und sein Tun zu hinterfragen. Man beginnt zu erkennen, teils unbewusst, dass die eigenen, körperlichen Schmerzen auch ein Weg zu sich Selbst werden können!

Schmerzen - als Weg zu sich Selbst! Nigel-der sichtbare Schmerz im Bein
Nigel” kann man ab und zu sogar sehen…

Nigel ist der Musculus fibularis longus (der „lange Wadenbeinmuskel“). Dank diesem Muskel kann man seinen Fuß in nahezu jede Richtung bewegen. Außer er macht Ärger, wie bei mir. Dann will man ihn am Liebsten gar nicht bewegen. Denn so gut wie jede Bewegung ist mit ziehenden, stechenden, brennenden oder auch pulsierenden Schmerzen verbunden. Allerdings gilt auch für Nigel: Quält ihn!!!
Bedeutet: Bewegen, bewegen, bewegen… Dehnen, triggern und beanspruchen!

Ihn in Ruhe zu lassen und sich auf dem Sofa eine schmerzfreie Position zu suchen ist zwar angenehm aber spielt ihm lediglich einen weiteren Trumpf zu! Weil auch der Wadenbeinmuskel von einem Spinalnerv gesteuert wird. Und zwar aus den Wirbelsäulen Segmenten L5/S1… Ihn nicht zu beanspruchen heißt auf Deutsch: Dann kriegste auch noch Rücken (Man bekommt Rückenschmerzen)!

Zurück zum Thema: Schmerzen, ein Weg zu sich Selbst!

Ich hab bald alles durch… mit zunehmenden Schmerzen haben auch die Arztbesuche zugenommen.
Ganz großes Blutbild -> Top Werte, juhuu, ich bin gesund!
Besuch beim Orthopäden -> Diagnose: ISG-Blockade, mach ma Krankengymnastik. Nix wildes!
Besuch beim Neurologen -> EMG und Lumbalpunktion, hat nicht wirklich Spaß gemacht…
Und halt zwei Mal wöchentlich Krankengymnastik.
Mittlerweile kenn ich meinen Körper richtig gut. Zu was doch Schmerzen alles gut sind.

Auch so kann man eine Woche ausfüllen! Aber die Sinnhaftigkeit stellt man halt auch irgendwann in Frage. Ich gönne meinen Ärzten die paar Euro, welche sie durch mich verdienen, von ganzem Herzen. Allerdings frage ich mich: Wieso brauch ich für ein und denselben Schmerz so viele Ärzte??? Die besten Erfolge haben bis jetzt mein Faszien-Therapeut und meine zwei Physiotherapeuten in der Krankengymnastik erzielt. Weil sie mich als “leibseelische” Einheit behandeln? Sie beziehen den ganzen Körper (inclusive Kopf/Hirn) in ihre Therapien ein. Fragen mich vorher, ob, was und wie sich was in mir verändert hat. Machen sich ein vorher/nachher Bild von mir. Die Schulmedizin ist mittlerweile so spezialisiert, dass jeder (Arzt) nur noch seinen Fachbereich sieht. Diese hohe Spezialisierung und somit die exaktere Er-Kenntnis des Details, lässt sie (die Ärzte) die Ganzheit des Menschen aus den Augen verlieren.

Die mediale, schöne, heile Welt in den Arztpraxen…

Kennen wir irgendwie alle. Sei es aus “der Schwarzwaldklinik”, “Dr. House” oder sonst irgendeiner seichten Serie. Ein “Weiß-Kittel” hat unendlich viel Zeit für seinen Patienten, kennt Unmengen von Symptomen und hat stets eine fundierte Diagnose für ihn. Außerdem telefoniert er, in Anwesenheit seines Patienten, mit einem Kollegen, um seine eigene Diagnose abzusichern oder sich noch einen Rat zu holen…

Schwarzwald Idylle - Schmerz, ein Weg zu sich Selbst
Schwarzwald Idylle

Alle, die in den vergangenen Jahren mal beim Arzt waren, mussten erfahren, dass die Realität ganz anders aussieht. Natürlich gibt es (hoffentlich) auch Ausnahmen. Aber ich war meist nach kürzester Zeit wieder aus dem Behandlungszimmer raus. In der rechten Hand ein Rezept und in der linken eine Überweisung zum Facharzt. Außer in Spezialkliniken wie z.B. den Tropen-Instituten, wird der Mensch als Ganzes nur in einer Psychiatrischen Klinik gesehen. Selbst in den “normalen” Kliniken gibt es meist nur noch Fachabteilungen.

Wir reden von unserer Gesundheit…

Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir nur EINE Gesundheit haben. Allerdings reden wir auch in einem Satz von einem “gesunden Körper” und einem “kranken Kopf” (z.B. beim Burnout). Gehört der Kopf nicht zum Körper?
Außerdem ist es doch wirklich ungerecht, dass diese EINE Gesundheit von einer so hohen Anzahl Krankheiten attackiert werden kann. Oder ist es vielleicht doch auch nur EINE Krankheit, zu der lediglich weiter Symptome dazu kommen? Meine Gesundheit ist durch meine Schmerzen angeschlagen. Jetzt hab ich mir, ein Tag nach der Lumbal-Punktion, auch noch ne dicke Erkältung eingefangenen. Das dazugehörige Halsweh hat mich (im wahrsten Sinne des Wortes) sprachlos gemacht.
Es wird Zeit sich mal Gedanken darüber zu machen, was es eigentlich bedeutet, wenn wir von unserer Gesundheit reden…

So können Schmerzen tatsächlich ein Weg zu sich Selbst zeigen…

Meine “Maske” sitzt perfekt und kaum ein Fremder wird ahnen können, wie heftig meine Schmerzen sind. Ich glaub, jetzt wär der richtige Moment, darauf nicht mehr länger stolz zu sein, sondern die Maske fallen zu lassen. Der Zeitpunkt ist erreicht, zu akzeptieren, dass der Körper weder mehr, noch schneller oder besser kann, als er schlichtweg kann. Diese Diskrepanz zwischen Wollen und Können einfach anzunehmen. Nur einer gibt den Ton vor, mein Körper!

Natürlich sollten wir manchmal auch über die eigenen Grenzen hinausgehen, aber nur, um zu schauen, wo diese Grenzen eigentlich liegen.
Wenn wir 20 Jahre lang nach’m schaffen auf’m Sofa gelegen haben, können wir nicht morgen eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad machen. Zumindest nicht, ohne unsere Gesundheit zu gefährden. Wenn wir ihn aber behutsam darauf vorbereiten, können wir unsere Grenzen verschieben. Dann steht dem Bad im Gardasee nichts im Weg!

Und was jetzt?

Ich gestehe mir jetzt zu, dass ich, wegen meiner Schmerzen, nur mit kleinen Schritten und deshalb langsam vorankomme. Egal, der Weg ist mein Ziel. Ich werde ankommen, auch wenn ich vielleicht etwas länger brauche! Ich muss Niemandem beweisen, dass ich trotz Schmerzen schneller oder besser bin, als irgendjemand anderes. Kraft in einen Bereich zu investieren, um die Beste zu sein, lohnt sich nur, wenn es mich meinem eigenen Ziel näher bringt! Wenn ich auf die Anerkennung anderer angewiesen bin, um Zufriedenheit zu empfinden, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Und mal ehrlich, es gibt Nichts, was mehr weh tut, als eine nicht erfüllte Erwartung. Das hab ich gelernt. Und, dass es immer nur ICH bin, die auf der Strecke bleibt.
So schaffen es Schmerzen tatsächlich einen Weg zu sich Selbst zu finden.

So, Ihr Lieben, jetzt habt Ihr mal ein Update von mir bekommen und könnt erahnen, warum es solange nichts Neues zu lesen gab. Die Schmerzen… ein Weg zu sich Selbst!
Ich werd versuchen mich ab jetzt wieder öfter zu melden, weil es MIR wichtig ist!
😀
Liebe Grüße
Andrea

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