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Altmodische Gefühle - Hingabe für ein Projekt

Altmodische Gefühle

Hingabe, Wertschätzung, Urvertrauen, Mitgefühl, Eifer. Das sind altmodische Gefühle und sie klingen nicht unbedingt danach, dass sie wichtig und erstrebenswert sind! Aber mit ihnen/durch sie können etliche Wunden unserer modernen Zeit geheilt werden. Es sind Werte. Leider scheint es heutzutage viel wichtiger zu sein, seine Gefühle zu verbergen. Wir konzentrieren uns zunehmend auf Leistung, auf unseren Status/Stellenwert, auf die materiellen Dinge. Wir werden daran gemessen, was wir uns (materiell) “leisten können”.

Altmodische Gefühle - Wertschätzung... Wert schätzen?!
Altmodische Gefühle – Wertschätzung… Wert schätzen?!
Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht! (Molière)

Aber vieles hat nicht nur seinen Wert, sondern auch seinen Preis! Zuweilen fragen wir uns, ob es diesen auch Wert ist.
Wenn wir ein Projekt mit voller Hingabe verfolgen, dann geben wir ihm einen hohen (Stellen-) Wert in unserem Leben. Hingabe verlangt rückhaltlose Begeisterung, leidenschaftlichen Eifer, aber auch Geduld und Sorgfalt. Wenn jemand etwas mit Hingabe macht, neigen wir dazu ihm Übereifer vorzuwerfen, in der Gesellschaft stellt man sie hin und wieder als Schleimer dar. Was bewegt uns dazu? Ist es eine Art Eifersucht? Weil wir uns selbst nicht trauen in ein Projekt so viel Zeit und Herzblut reinzustecken? Oder weil wir es auch gerne tun würden, aber nicht können, weil wir nebenher funktionieren müssen… im Job, der Familie?

Altmodische Gefühle, dazu gehört auch die Wertschätzung. Jeder sehnt sich danach, wertgeschätzt zu werden. Wir können mit Wertschätzung unglaublich Positives erreichen! Sie ist ein extremer Motivations-Faktor. Dieses kostbare Gefühl, dass man etwas getan hat, das Andere gut finden! Wir blühen auf, wachsen über uns heraus. Wir heilen innerlich ein bisschen. Aber gleichzeitig gibt’s diese Diskrepanz zwischen wertgeschätzt, anerkannt und gelobt werden zu wollen und andererseits anderen Menschen wenig davon zu geben. Positive Feedbacks, Anerkennung und Wertschätzung sind für die meisten Menschen von existenzieller Bedeutung. Werden uns diese emotionalen Zuwendungen vorenthalten, leidet unsere Selbstsicherheit.

Einfühlungsvermögen bewahren und für einander da sein ist sehr wichtig.
Einfühlungsvermögen bewahren und für einander da sein ist sehr wichtig.
Wir dürfen die Empathie nicht verlernen

Es ist die emotionale Ebene, die von entscheidender Bedeutung ist. Das Signal, dass wir den Anderen wahrnehmen, ihm/ihr zuhören, uns Zeit nehmen, das es uns interessiert was er/sie macht. Damit zeigen wir allerdings Gefühle. Und Gefühle zeigen heißt, sich angreifbar zu machen. Davor haben viele Angst. Wer Gefühle zeigt ist sensibel und Sensibilität wird immer häufiger als Schwäche abgetan. Emotionalität gilt mittlerweile für manche schon als überflüssige Gefühlsdudelei. Lieber Schweigen, als etwas von sich, seinem Innersten, preiszugeben. Das kann fatale Folgen haben. Stephan Hawking sagte einmal, “Das Überleben der Menschheit hänge davon ab, ob sie die Empathie retten könne”. Denn das wird in naher Zukunft so ziemlich das Einzige sein, was Computer oder humanoide Roboter nicht besser können als wir. Mitmenschliche Gefühle, sich in andere hineinversetzen zu können, unsere Empathie ist unsere Stärke.

Im Job bekommen wir unser Gehalt

Es soll ein Wertausgleich für unsere geleistete Arbeit sein. Wenn uns unser Job aber kaputt und/oder krank macht, würde es dann reichen, wenn wir ab morgen – als Ausgleich sozusagen – das doppelte Gehalt bekommen?? Ist es das WERT? Oder ist der Preis dann doch zu hoch? Fehlende Wertschätzung ist einer der häufigsten Kündigungsgründe. Das Gehalt ist also als Einflussgröße für die Zufriedenheit weniger wichtig. Trotzdem dreht sich in unserem Leben sehr viel um’s Geld. Seelische Belastungen können Entzündungsprozesse aktivieren. Das ist medizinisch mittlerweile anerkannt. Je weniger wir uns wahrgenommen und/oder anerkannt fühlen, desto größer ist die Gefahr, dass das Immunsystem gestört wird. Und ich weiß, wovon ich schreibe…! Demut und eine Gesunde Selbsteinschätzung sind das richtige Werkzeug um einen Aus-Weg zu finden.

Altmodische Gefühle - Hingabe für ein Projekt - Traditionen wahren
Altmodische Gefühle – Hingabe für ein Projekt – Traditionen wahren
Das Kind in uns…
Urvertrauen und Neugierde sollte man sichbewahren
Urvertrauen und Neugierde
sollte man sichbewahren

Warum sollten wir uns nicht mehr auf unser Urvertrauen verlassen können? Als Kind haben wir nicht vorher den Sinn und Zweck einer Tat abgewogen. Wir hatten Schabernack im Kopf und ham Grenzen ausgelotet. Sind auf den Baum geklettert ohne zu wissen wie und ob wir da auch wieder runter kommen. Wir haben “Farben hören und Töne sehen” gespielt.
Ich kann mich an eine leidenschaftliche Diskussion mit meiner Schwester erinnern. Wir haben über die Farbe eines Kleides im Fernsehen gezankt und am Tag drauf in der Schule unsere Klassenkameradinnen um Schlichtung gebeten… wir hatten nämlich einen schwarz/weiß Fernseher!

Neugier ist der Wegbereiter in die Welt.
Erich Fried - Fragen
Erich Fried – Fragen

Erich Fried stellt in seinem Gedicht “Fragen” auch diese: “Wieviel Türen hat dein Leben?”
Türen kann man öffnen oder geschlossen lassen. Was sich dahinter verbirgt werden wir aber erst erfahren, wenn wir sie öffnen.
Neugierde und Wissensdurst sind zwar nicht konkret altmodische Gefühle, aber Neugierde hat mittlerweile leider auch einen eher schlechten Ruf. Sie gehört somit zur Gruppe der “nicht erstrebenswerten Gefühle” und reiht sich deshalb in die Liste mit ein. Dabei kann diese Gier nach Neuem extrem wichtig für unser Leben sein. Sie erweitert den Horizont, lässt uns forschen, entwickeln. Neugierde ist die Beste Waffe gegen Dummheit, Engstirnigkeit und Intoleranz. Wer neugierig ist, ist offen für Neues. Ist bereit neue Wege einzuschlagen und dabei auch in Kauf zu nehmen, dass es ein Irrweg sein könnte. Öffnet die Türen des Lebens.

Marie von Ebner-Eschenbach hat vor mehr als 120 Jahren formuliert: “Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.”
Wer dazu tendiert, die Dinge so wie sie jetzt grad sind gut und richtig zu finden, wird neuen Türen gegenüber eher skeptisch sein. Er/sie wird dazu neigen, lieber ein bereits bekanntes Thema zu vertiefen. Eventuell mit viel Eifer und vielleicht sogar Wissensdurst, aber es ist kein neuer Weg… es wird uns nicht an neue Ufer bringen. Damit öffnen wir die Türen des Lebens nicht.

Wir brauchen “Futter für’s Hirn”…

Etwas, das uns interessiert, uns fesselt und ein wenig den Horizont erweitert. Ich rede nicht von einem Hobby. Das ist zwar auch wichtig, aber es macht auf Dauer unser Hirn nicht satt! Irgendwann hat man so viel Routine, dass das Hirn nur noch die Automatismen abspielt. Das fühlt sich im Kopf dann an, wie das “Lieblingslied” das man tausend Mal gehört hat und dem man jetzt überdrüssig ist. Etwas Neues zu probieren kann einen richtig puschen. Warum sollte ein Fußballer nicht mal synchronschwimmen trainieren? Oder eine Bodenturnerin ein Rugby Training mitmachen? Alles was neu ist, das wir noch nie gemacht oder probiert haben, gibt unserem Hirn einen Kick.

Deshalb bin ich sehr froh, dass mir meine Physio immer wieder neue Übungen beibringt. Ich spüre die wohltuende Abwechslung im Körper. Obwohl alle Übungen teils sehr schmerzhaft sind. Und der Osteopath quält die Faszien mit immer anderen Handgriffen… das tut aber auch gut – hinterher zumindest!

Ich werde auch weiter mit Hingabe an meinem Projekt “712” arbeiten und natürlich auch an diesem Blog… Werde Euch berichten, was mich meine Neugierde an neuem Wissen gelehrt hat. Außerdem will ich mir mein Urvertrauen wieder bewusster machen. Und mit viel Eifer an mir und meinem Körper arbeiten.

Ihr seht, hinterm Horizont geht’s weiter…

Liebe Grüße und bleibt neugierig,
Andi

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